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balans   Bindegewebe-Massage

Bindegewebemassage [BGM]

Bei der Bindegewebemassage wirkt man durch eine spezielle Massagetechnik auf das Unterhautbindegewebe ein. Charakteristisch ist das Anbringen von langen, ziehenden „Strichen“ mit den steil aufgesetzten Fingerkuppen des 3. und 4. Fingers. Spezielle Dehngriffe und auch flache Strichführungen gehören zu dieser Technik.

Diese Therapieform nutzt den segmentalen Aufbau unseres Körpers. Zwischen jedem Wirbelkörper unserer Wirbelsäule tritt auf jeder Seite ein (Spinal-)Nerv durch das Zwischenwirbelloch aus. Dieser Nerv versorgt, abhängig von der Austrittshöhe mit einem seiner Äste einen bestimmten streifenförmigen Hautbezirk, das Dermatom. (Siehe Bild).

Bindegewebe-Massage
Bindegewebemassage 2009-12-23_00094

Weitere Äste desselben Nervs versorgen bestimmte Skelettmuskeln, innere Organe, Gefässe, Knochen und Knochenhaut (Myotome, Enterotome, Vasotome und Sklerotome). 

Die BGM beruht auf der Erkenntnis, dass das Bindegewebe und innere Organe über das vegetative Nervensystem miteinander verbunden sind. Man weiss, dass bei Funktionsstörungen und Erkrankungen innerer Organe bestimmte Hautabschnitte und Muskeln überempfindlich reagieren bzw. Verspannungen zeigen (jene Dermatome und Myotome, die vom gleichen Rückenmarksnerv versorgt werden wie das betreffende Organ).

Durch die BGM beschreitet man den umgekehrten Weg. Man nutzt die Möglichkeit, durch das Reizen bestimmter Hautzonen auf innere Organe und deren Funktion einzuwirken.

Die Binde-Gewebe-Massage wirkt vielschichtig

Lokal werden die Durchblutung und der Stoffwechsel im Gewebe gesteigert. Es kommt zum örtlichen Wärme-Empfinden. Allgemein wird der venöse Rückfluss und der arterielle Zustrom verbessert. Das Gewebe wird vermehrt durchspült, also besser ernährt und von Stoffwechselabfallprodukten befreit.
BGM kann Verkrampfungen und Verspannungen lösen, wirkt also entspannend und schmerzlindernd.
Reflektorisch wirkt BGM auch auf entfernte Organe, beeinflusst die Spannung der glatten Muskulatur, verbessert deren Durchblutung, Motorik (z.B. Darmtätigkeit) und deren Sekretion (z.B. Abgabe von Drüsensekreten).

Anwendungsgebiete der Bindegewebemassage

  • Lokale Erkrankungen des Bindegewebes
  • Wirbelsäulen- / Gelenkbeschwerden (z.B. Ischias / Tennisellenbogen)
  • Funktionelle Erkrankungen innerer Organe (z.B. Verstopfung)
  • Rheumatische Erkrankungen
  • Nach Operationen / Verletzungen
  • Durchblutungsstörungen
  • Gynäkologische Erkrankungen (z.B. PMS)
  • Atemwegserkrankungen
  • Erkrankungen des Verdauungsapparates
  • Nieren- / Harnwegserkrankungen
  • Störungen des Nervensystems
  • Akut bei Koliken, Ischias und Migräne